Investition in das eigene Wohlergehen: Die Private Krankenversicherung 

Zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung bestehen einige fundamentale Unterschiede. Das beginnt bei den Zugangsvoraussetzungen und führt über die Berechnung der Beiträge bis hin zum Leistungsspektrum. Und das ist es letztlich, worauf es den Versicherungsnehmern am meisten ankommt: Sie möchten in den Erhalt ihrer Gesundheit investieren und weniger in ein Produkt. Sie möchten die bestmögliche Leistung bei Behandlungen erhalten, ganz gleich ob es sich dabei um professionelle Zahnreinigung, die Behandlung von Rückenschmerzen im unterer Rücken oder einen Gehirntumor handelt.

Prämien und Kostenerstattungsprinzip

Ein wesentlicher Unterschied zur gesetzlichen Krankenversicherung liegt in der Berechnung der Prämien, denn diese werden bei der PKV einkommensunabhängig ermittelt. Viel wichtiger ist das Eintrittsalter.
Wer nämlich schon in jungen Jahren zur PKV wechselt, kann sich dort auch deutlich günstiger versichern als bei den gesetzlichen Kassen. In der PKV besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Leistung und Gegenleistung. Darüber hinaus gilt das Kostenerstattungsprinzip, nachdem der Versicherungsnehmer für jede in Anspruch genommene Leistung eine Rechnung erhält, die sich nach den Gebührenordnungen für Ärzte (GOÄ) bzw. Zahnärzte (GOZ) richtet.
Er tritt damit als Selbstzahler auf und lässt sich im Nachhinein den erstattungsfähigen Anteil durch die Krankenkasse zurückerstatten. Als Erstattungsfähig gilt jener Betrag, der nach Kassen-Gebührenordnung auch gezahlt worden wäre.

PKV und GKV im Leistungsvergleich

Bei der gesetzlichen Krankenkasse hingegen gilt das Sachleistungsprinzip. Mitglieder treten demnach nicht als Selbstzahler auf. Sie weisen sich durch ihre Mitgliedskarte als Selbstzahler aus und erhalten dafür Leistungen in dem Maße, wie sie für wirtschaftlich, notwendig, ausreichend und zweckmäßig gehalten werden. Dieses Prinzip gilt sowohl bei schweren (z.B. Gehirntumor) als auch weniger gefährlichen (Rückenschmerzen unterer Rücken) Krankheiten.

Die Leistungen der PKV sind von Anfang an festgeschrieben. Wer sich also einmal für ein bestimmtes Leistungspaket entschieden hat, erhält die entsprechenden Behandlungen auch für die gesamte Dauer seiner Mitgliedschaft. Anders verhält es sich bekanntlich bei den gesetzlichen Kassen. Die dort immer wieder auftretenden Leistungskürzungen gehen schon beinahe regelmäßig durch die Medien. Der aktuellen demografischen Entwicklung in Deutschland folgend dürfte es dahingehend so schnell auch keine Trendwende geben.

Arten der privaten Krankenversicherung

Die private Krankenversicherung kann in Deutschland in verschiedenen Formen abgeschlossen werden, nämlich als Vollversicherung, Teilversicherung und Zusatzversicherung.
Im Rahmen der Vollversicherung werden normalerweise die kompletten Krankheitskosten übernommen. Sie bietet daher einen vollwertigen Ersatz für die gesetzliche Krankenversicherung. Teilversicherungen übernehmen einen Anteil an den entstandenen Kosten.
Weit populärer ist die private Krankenzusatzversicherung, denn diese kann auch von Mitgliedern der gesetzlichen Kassen in Anspruch genommen werden. Zusatzversicherungen ermöglichen die Absicherung zusätzlicher Risiken ergänzend zum bereits bestehenden Schutz. Von gesetzlich Versicherten werden dabei überwiegend Zahntarife und ambulante Tarife abgeschlossen, um in diesen Bereichen das Leistungsspektrum zu erhöhen. Zahnzusatzversicherungen ermöglichen beispielsweise eine Kostenübernahme bei teuren Zahnersatzbehandlungen oder bezahlen eine professionelle Zahnreinigung.

Qualifizierte Beratung erforderlich

Ob die private Krankenversicherung nun die Ideallösung ist, ist von der persönlichen Lebens- und Einkommenssituation eines jeden Einzelnen abhängig. Es ist aber auch eine Entscheidung, die lebenslange Auswirkungen haben kann. Zwar ist der Wechsel von PKV zurück zur GKV nicht unmöglich, kann aber mit Hindernissen verbunden sein. Es empfiehlt sich in den meisten Fällen, einen fachlich qualifizierten und unabhängigen Berater hinzuzuziehen. Dieser kann nämlich darüber aufklären, welcher Tarif bei der PKV passend ist und ob es im Zweifelsfalle nicht doch besser wäre, bei der gesetzliche Kasse zu bleiben.

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